Sonnig, halbschattig, schattig: Wie viel Sonne bekommt Ihr Garten?

Was sonnig, halbsonnig und schattig in Stunden bedeutet, wie Sie das Sonnenlicht an einer Gartenstelle übers Jahr messen und wie Zäune, Mauern und Bäume es verändern.

Zuletzt aktualisiert am 23. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Zum Rechner: Sonne im GartenSonnig, halbschattig oder schattig: Sonnenstunden in Ihrem Garten.

Samentütchen und Pflanzenetiketten verwenden drei einfache Kategorien: sonnig, halbsonnig bzw. halbschattig und schattig. Dabei geht es um die Zahl der Stunden direkter Sonne, die eine Stelle an einem typischen Tag der Gartensaison bekommt, nicht darum, wie hell sie wirkt.

Warum sich die Sonnenstunden übers Jahr ändern

Eine Stelle, die im Juni den ganzen Tag Sonne hat, kann im Dezember fast durchgehend im Schatten liegen. Zwei Dinge ändern sich:

  1. Die Tageslänge. Zwischen 45° und 50° nördlicher Breite hat der längste Tag etwa 15½ bis 16½ Stunden Tageslicht, der kürzeste nur etwa 8 bis 9.
  2. Die Sonnenhöhe. Die Mittagssonne steht im Dezember etwa 45° tiefer als im Juni. Ein 2 m hoher Zaun, der im Juni mittags einen 1 m langen Schatten wirft, wirft im Dezember einen Schatten von über 5 m.

Deshalb beurteilen Gärtner die Besonnung meist für die Gartensaison, auf der Nordhalbkugel ungefähr April bis September. Der Garten-Sonnenrechner mittelt die Stunden genau über diesen Zeitraum.

Wie Hindernisse die Sonne abschirmen

Ob ein Zaun, eine Mauer oder ein Baum Ihre Stelle beschattet, hängt von drei Dingen ab: seiner Richtung von der Stelle aus, seiner Höhe und seiner Entfernung. Entscheidend ist der Winkel von Ihrer Stelle bis zur Oberkante des Hindernisses:

  • Ein 2 m hoher Zaun in 2 m Entfernung blockiert die Sonne in seiner Richtung bis zu einer Sonnenhöhe von 45°.
  • Derselbe Zaun in 6 m Entfernung blockiert sie nur bis etwa 18°.

In mittleren Breiten zählen Hindernisse im Süden am meisten, weil die Sonne mittags dort steht. Hindernisse im Norden spielen auf der Nordhalbkugel kaum eine Rolle. Hindernisse im Osten und Westen nehmen Morgen- oder Abendsonne weg. Das macht sich vor allem im Sommer bemerkbar, wenn die Sonne weit im Nordosten auf- und weit im Nordwesten untergeht.

Sonne 25°hL = h / tan(25°)
Für Zäune, Mauern und Bäume gilt dieselbe Schattengeometrie: Je tiefer die Sonne, desto länger der Schatten.

So ermitteln Sie die Sonne in Ihrem Garten

  • Beobachten und notieren. Prüfen Sie an einem klaren Tag jede Stunde, ob Ihre Stelle in der Sonne oder im Schatten liegt. Wiederholen Sie das in einer anderen Jahreszeit. Das dauert, ist aber zuverlässig.
  • Berechnen. Geben Sie im Garten-Sonnenrechner Ihren Standort ein und fügen Sie jedes Hindernis mit Richtung, Entfernung, Höhe und Breite hinzu. Das Tool berechnet die Stunden direkter Sonne für jeden Monat, zeigt, wann die Stelle im Tagesverlauf Sonne hat, und ordnet sie für die Gartensaison ein. In der 3D-Ansicht sehen Sie, wie die Schatten über den Tag wandern.

Was wo wächst

  • Sonnig (6+ Stunden): Tomaten, Paprika, Kürbis, Bohnen, die meisten Kräuter (Basilikum, Rosmarin, Thymian), Lavendel, Rosen, die meisten Obstbäume, Sonnenblumen.
  • Halbsonnig / halbschattig (3 bis 6 Stunden): Salat, Spinat, Mangold, Erbsen, Radieschen, Petersilie, Minze, Hortensien, viele Stauden und Sträucher.
  • Schattig (unter 3 Stunden): Farne, Funkien, Astilben, Waldpflanzen, einige Bodendecker und Moos.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden Sonne bedeutet „sonnig“?

Sonnig bedeutet meist mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag während der Gartensaison. Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika und Kürbis gedeiht am besten mit acht Stunden oder mehr.

Was ist der Unterschied zwischen halbsonnig und halbschattig?

Beides bedeutet etwa drei bis sechs Stunden direkte Sonne. Halbsonnig deutet eher auf das obere Ende dieses Bereichs hin und darauf, dass die Pflanze auch etwas Nachmittagssonne verträgt. Halbschattig meint eher das untere Ende und Pflanzen, die Schutz vor der heißen Nachmittagssonne bevorzugen.

Zählen Morgen- und Nachmittagssonne gleich?

Die Stunden zählen gleich, aber die Nachmittagssonne ist heißer und intensiver, weil sich Luft und Boden bereits erwärmt haben. Viele Schattenpflanzen vertragen Morgensonne, bekommen aber in der Nachmittagssonne Verbrennungen.

Zählt Licht, das durch einen Baum fällt, als Sonne?

Lichtflecken unter einem Baum sind keine direkte Sonne. Unter einer lichten Krone wie der einer Birke entspricht das eher Halbschatten, unter einer dichten Krone wie bei Buche oder Ahorn eher Schatten. Im zeitigen Frühjahr, bevor sich die Blätter öffnen, lassen Laubbäume deutlich mehr Sonne durch.