So nutzen Sie das Tool
- Legen Sie Ort und Ausrichtung fest. Geben Sie Ihren Standort ein und stellen Sie die Richtung ein, in die Balkon oder Fenster zeigen: die Richtung, in die Sie blicken, wenn Sie darin stehen und hinausschauen.
- Beschreiben Sie die Umgebung. Geben Sie die Höhe Ihres Stockwerks an, die gegenüberliegenden Gebäude (Höhe und Abstand), die Tiefe eines Balkons oder Dachs darüber und ob der Balkon Seitenwände hat.
- Lesen Sie das Ergebnis. Die Zusammenfassung zeigt, wie viele Stunden direkte Sonne der Balkon am gewählten Tag bekommt und wann. Die Heatmap zeigt jede Stunde jedes Monats auf einen Blick, das Balkendiagramm die Monatssummen.
- Prüfen Sie das 3D-Modell. Ziehen Sie den Zeitregler, um genau zu sehen, wann die Sonne den Balkon erreicht und wann die gegenüberliegenden Gebäude oder der Balkon darüber ihren Schatten werfen.
So funktioniert die Berechnung
Für jeden Zeitpunkt im Abstand weniger Minuten prüft das Tool vier Dinge:
- Steht die Sonne vor der Fassade? Sie darf höchstens 90° seitlich von der Ausrichtung abweichen.
- Steht sie über den gegenüberliegenden Gebäuden? Deren Dachkante bildet einen erhöhten Horizont. Der Winkel beträgt arctan((deren Höhe − Höhe Ihres Stockwerks) ÷ Abstand).
- Steht sie unter dem Überstand? Ein Balkon oder Dach darüber verdeckt die Sonne, wenn ihre Höhe in der Ebene der Fassade (der Profilwinkel) steiler ist als der Winkel von der Unterkante der Öffnung zur Kante des Überstands.
- Fällt sie zwischen die Seitenwände? Bei einem eingezogenen Balkon schneiden die Seitenwände Sonne ab, die zu schräg von der Seite kommt.
Das Ergebnis gilt für den Fuß der Öffnung: auf Fußbodenhöhe am Fenster oder an der Balkontür, in der Mitte ihrer Breite. Die Außenkante des Balkons bekommt meist etwas mehr Sonne, der hintere Teil des Raums weniger.
Rechenbeispiel
Ein Südbalkon 6 m über dem Boden in Ljubljana, gegenüber 15 m hohe Gebäude in 20 m Abstand, darüber ein 1,2 m tiefer Balkon. Um die Tagundnachtgleichen erreicht die Sonne die Balkontür den ganzen Tag. Zur Dezember-Sonnenwende bleibt die tief stehende Sonne hinter den gegenüberliegenden Gebäuden, der Balkon bekommt also gar keine direkte Sonne. Zur Juni-Sonnenwende bekommt er ebenfalls keine, aber aus dem entgegengesetzten Grund: Die hohe Sommersonne wird vom Balkon darüber abgeschirmt. Setzen Sie den Balkon darüber auf 0, kehrt die Sommersonne zurück; ziehen Sie in den fünften Stock, kehrt die Wintersonne zurück. Genau so hält eine gut geplante Südfassade Räume im Winter warm und im Sommer kühl.
Heiße Balkone
West- und Südwestbalkone bekommen im Sommer kräftige Nachmittagssonne, wenn die Luft ohnehin schon warm ist. Zeigt das Tool im Sommer mehr als drei Stunden direkte Sonne zwischen etwa 13:00 und 19:00, sollten Sie eine Markise, Außenjalousien oder Pflanzen als Schattenspender einplanen. Was jede Ausrichtung bedeutet, erklärt der Ratgeber In welche Himmelsrichtung zeigt mein Haus?.
Zuletzt aktualisiert am 23. September 2026